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Cloppenburg

Mittwoch, 09.01.2019 Lokalnachrichten - Cloppenburg

Oma soll Lehrerin Ohrfeige verpasst haben

Oma soll Lehrerin Ohrfeige verpasst haben
Foto: Hinrichs

Von Matthias Bänsch
und Theo Hinrichs

Cloppenburg. Das alltägliche Verkehrschaos vor vielen Schulen im Landkreis ist in Cloppenburg nun offenbar völlig aus dem Ruder gelaufen. Weil eine Lehrerin eine 63-Jährige auf die Verkehrsregeln an der Grundschule am Galgenmoor hinweise wollte, ist sie offenbar geohrfeigt worden. Die Polizei hat der MT bestätigt, dass gegen die Großmutter Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet worden ist.

Der Vorfall ereignete sich demnach zwei Tage vor Beginn der Weihnachtsferien. Gegen 7.45 Uhr überquerte die Oma mit dem Wagen den zunächst der Lehrerparkplatz und fuhr in einen Bereich, der nur für Schulbusse freigegeben ist, damit dort die Schüler gefahrlos ein- und aussteigen können. Für Autos gilt hier ein Durchfahrt-Verbot. Als das Enkelkind ausgestiegen war, wurde die 63-Jährige von einem Lehrer angesprochen und gemaßregelt. Die Frau schien das nicht zu beeindrucken und fuhr weiter.

Eine 57-jährige Lehrerin, die die Frühaufsicht an der Bushaltestelle übernommen hatte, stellte sich der Großmutter in den Weg. Gerade zu diesem Zeitpunkt hatte sie erst Kinder in Richtung Schuleingang gelotst. Die Lehrerin wollte der 63-Jährigen erklären, warum in diesem Bereich keine Autos erlaubt sind. Die Großmutter soll mit dem Auto die Lehrerin umkurvt haben, ausgestiegen sein und der 57-Jährigen unvermittelt eine Ohrfeige verpasst haben.

Zwei Männer, die den Vorfall gesehen hatten und der Polizei auch bereits aus Zeugen bekannt sind, griffen in die Situation ein und trennten die beiden Frauen voneinander. Die Lehrerin, die unter Schock gestanden und Schmerzen im Gesicht haben soll, ging umgehend ins Schulgebäude. Die Lehrerin und die Schulleitung haben Strafanzeige erstattet. Nach den Weihnachtsferien hat sich auch die Landesschulbehörde eingeschaltet. Deshalb wurde der Vorfall erst jetzt öffentlich bekannt.

Erst vor rund zwei Monaten hat die Polizei das Verhalten von „Helikoper-Eltern“ vor und nach dem Unterricht an den Schulen im Landkreis Cloppenburg scharf kritisiert. Bei neun Unfällen sind zehn Schüler auf dem Weg zum Unterricht im Landkreis Cloppenburg verletzt worden. Wenn aus Überfürsorge „die lieben Kleinen bis vor die Tür der Schule gefahren werden müssen“, entstünden fast alltäglich überflüssiger Verkehr und unnötige Gefahrenquellen, so die Polizei. „Und Verkehrsregeln wie ein Durchfahrt-Verbot für Autos sind keine Auslegungssache, sondern gelten für alle“, erklärte Maren Otten.

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