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Freitag, 28.12.2018 Lokalnachrichten - OM & Region

Polizei klärt große Brandserie auf

Polizei klärt große Brandserie auf
Foto: Sperveslage

Kreis Cloppenburg (mt). Nach umfangreichen Ermittlungen hat die Polizei eine Serie von mehr als 30 Brandstiftungen in den Gemeinden Essen, Cappeln, Bakum, Dinklage und Quakenbrück aufgeklärt. In diesem Zusammenhang stehen unter anderem auch die Feuer in einer Scheune in der alten Molkerei in Lastrup, einer Bushaltestelle in Essen und aus Juni 2017 auf dem Autohof "Cloppenburger Land" an der B213.

Animiert durch den Fund eines Verstorbenen in der seit Jahren stillgelegten Raststätte, verschafften sich die heute 21 und 20-jährigen Tatverdächtigen aus Essen auch mehrfach unberechtigt Zutritt zum Gebäude. Schließlich wurde am 8. Juni 2017 im Dachstuhl das Feuer gelegt. Bei den jungen Männern wurde anscheinend das Interesse an sogenannten "vergessenen Orten" geweckt, so die Polizei.

Im Mai 2018 drangen beide in ein unbewohntes zum Verkauf stehendes Gehöft in Quakenbrück ein. Durch das entzündete Stroh in der Remise griffen die Flammen auf das Hauptgebäude über. Auch in dem benachbarten Wohnhaus stöberten beide einige Monate später, bis sie hier mutwillig Mobiliar zerstörten und in Brand setzten, wodurch auch das Gebäude beschädigt wurde.

Am 1. Juli 2018 wurden in den Orten Dinklage, Essen und Cappeln die Feuerwehren an insgesamt zehn Flächenbränden eingesetzt. In allen Fällen wurde das frisch gemähte Stroh auf den Getreidefeldern als auch Quaderballen und ein Strohhaufen vorsätzlich in Brand gesetzt. Nur dem engagierten Einsatz freiwilliger Wehren und der Landwirte war es zu verdanken, dass in Anbetracht der anhaltenden Trockenheit ein Ausbreiten der Feuer sowie ein Übergreifen auf Waldgebiete verhindert wurde.

Auch auf darauffolgende Wochenenden wurden die Einsatzkräfte in Atem gehalten. Neben mehreren Getreidefeldern in Cappeln, Bakum, Essen wurde am 7. Juli 2018 in Cappeln eine Fachwerkscheune und in Bakum ein Heuerhaus in Brand gesetzt. Einen Tag später setzten die Tatverdächtigen nachmittags in Essen gleich drei Felder und ein Lager mit 360 Rundballen in Brand.

In den Abendstunden verlagerten sie die Brandstiftungen schließlich in den Cappelner Raum. Am Freitag, 13. Juli, brannte ein Strohlager mit etwa 100 Quaderballen in Essen, Up`n Felde. Auch in diesem Fall kehrten die Verdächtigen zum Brandort zurück, um verdeckt bei den Löscharbeiten zuzusehen. Bereits in den Jahren zuvor waren beide hierdurch in den Fokus der Ermittlungen geraten.

Täglich bereiste der 21-Jährige mehrere Kilometer immer auf der Suche nach geeigneten Objekten, Strohlagern und frisch gemähten Stoppelfeldern. An einer stillgelegten Waschstraße mit Gastronomiegewerbe in Holdorf setzten die Verdächtigen im September 2018 ihre Taten fort. Mehrfach Zugang verschafften sie sich über einen Mauerdurchbruch und randalierten, so dass erhebliche Vandalismusschäden verursacht wurden. Auch diese Taten endete mit diversen Feuerstellen im Restaurant und an den Waschbürsten.

Dem 20-Jährigen war zudem ein zurückgelassener Pkw auf dem Gelände der ehemaligen Polizeiautobahnwache an der A1 in Dötlingen aufgefallen. Diesen wollte er zum Herumfahren klauen. Da hierbei die Alarmanlage ausgelöst wurde, demolierten sie mit einem Vorschlaghammer den Pkw und legten einen Brand im Motorraum.

Schlussendlich wurde infolge eines Missgeschickes ein verwaistes Wohnhaus in Essen-Adrup von den Flammen verschont. Hier brachen beide mehrfach ein und entwendeten aus einem aufgeflexten Tresor das bei den Durchsuchungen sichergestellte Diebesgut wie Munition und Silberbesteck.

Während die in Brand gesetzten Getreidefelder weniger schadensträchtig waren, belaufen sich die Gebäudeschäden insgesamt auf nahezu 1.000.000 Euro. In den Fokus der Ermittlungen waren die beiden jungen Männer geraten, da es wiederholt Hinweise darauf gab, dass sie sich auch noch am Tatort aufhielten, als die Einsatzkräfte bereits die Brände bekämpften.

Im weiteren Verlauf der intensiven Ermittlungen wurden unter anderem Telefondaten und andere Beweise gesammelt und ausgewertet. Die so gewonnene Beweislage führte bei der abschließenden Konfrontation mit den Tatverdächtigen dazu, dass beide Aussagen zu den Taten und ihren Beiträgen machten.

Der ältere Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Oldenburg in Untersuchungshaft genommen. Bei dem jüngeren Tatverdächtigen ergab die Prüfung der Staatsanwaltschaft Oldenburg keine Gründe für die Beantragung eines Haftbefehles. Sie werden sich im Rahmen eines zukünftigen Gerichtsverfahrens wegen Verdachtes diverser Brandstiftungen, Einbrüche und Verstößen nach dem Waffen- und Sprengstoffgesetz verantworten müssen.

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